Die Katharinenkirche

Die Katharinenkirche hat die Adresse Aalener Straße 12, 73441 Bopfingen.

Die Entstehung der Katharinenkirche hat ihren Ursprung im Beschluss des städtischen Rates, im Jahr 1544 einen neuen Friedhof außerhalb der Stadtmauern anzulegen und den bisherigen Friedhof um die Stadtkirche herum aufzugeben. Auf diesem außerhalb der Stadt liegenden Friedhofsareal wird von 1617 bis 1619 eine neue Kirche errichtet, die heutige Katharinenkirche. Sie wird im damaligen spätgotischen Stil erbaut und ist bis heute der einzige protestantische Kirchenneubau auf dem Gebiet der Stadt Bopfingen.

Schon kurze Zeit nach ihrer Eröffnung wird die Kirche aber stark in Mitleidenschaft gezogen. Als 1630 die freie Reichsstadt Bopfingen von katholischen Truppen belagert wird und sich nicht ergeben will, wird zur Strafe die vor den Stadtmauern liegende Friedhofskirche aufgebrochen und geplündert. Die Bänke werden auf dem Friedhof verbrannt und es soll auch zu Grabschändungen auf dem Friedhof gekommen sein. Aber schon kurze Zeit nach diesem schlimmen Ereignis wird die Kirche im Jahr 1632 im Stil der Zeit wieder hergerichtet. In den folgenden 200 Jahren weiß man tatsächlich wenig von der Kirche. Erst um 1869 wird in den Quellen wieder von einer Umbaumaßnahme berichtet. Im sogenannten neogotischen Stil wird sie den damaligen Stilvorstellungen angepasst und umgebaut. Aus dieser Zeit stammen vermutlich sowohl das heutige Chorgestühl, der Altar und die Kanzel sowie die Bänke auf der Empore.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs beginnt wiederum eine wechselvolle Zeit für die Kirche. Als der neue städtische Friedhof errichtet wird, finden in der Folgezeit die meisten Bestattungen nur noch dort statt. Aus diesem Grund beschließt der Kirchengemeinderat 1971, den Katharinenfriedhof zu schließen und Bestattungen nur noch in vorhandenen Grabplätzen durchzuführen. Auch die Katharinenkirche wird deswegen kaum noch genutzt. Im Jahr 1972 wird sie wegen Baufälligkeit geschlossen und ein Abriss oder ein Verkauf erwogen. Erst in den 80er Jahren unternimmt die Kirchengemeinde den Versuch zur Rettung der Kirche. So konnte die Kirche von 1989 bis 1991 unter großer finanzieller Anstrengung der Kirchengemeinde und mit Unterstützung des Landesamts für Denkmalpflege wieder saniert und zugänglich gemacht werden. Mit der Reaktivierung des Friedhofs 2008 wird die Kirche nun neben regulären Gottesdiensten und kulturellen Veranstaltungen auch für Trauerfeiern wieder regelmäßig genutzt.